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1. Oktober 2018

Franz Anton ist Weltmeister im Einercanadier

Lange musste der Leipziger Franz Anton auf einen WM-Titel im Einzel warten, jetzt ist er auf der Olympiastrecke von 2016 Weltmeister geworden. Dabei hatte der aus Meißen stammende Kanute bei den Olympischen Spielen eine Medaille im Zweiercanadier knapp verpasst, jetzt aber setzte sich der Weltcup-Fünfte im Einercanadier auf selber Strecke gegen die starke Konkurrenz durch. Der 28-Jährige paddelte auf dem schwer gesteckten Kurs fehlerfrei und siegte mit knapp einer Sekunde Vorsprung auf den Briten Westley und knapp zwei Sekunden auf seinen Teamkollegen Sideris Tasiadis aus Augsburg. „Ich freue mich riesig“, sagte der LKC-Athlet, der auch rückblickend auch das traurige Ereignis von 2016 vor Augen hatte:  „Ich habe gerade in diesen Tagen sehr oft an Stefan gedacht. Die guten Erinnerungen an ihn haben mir Kraft gegeben.“ (Trainer Stefan Henze war 2016 in Rio bei einem schweren Auto-Unfall ums Leben gekommen.)

Auch der Augsburger Sideris Tasiadis zeigte sich zufrieden. Er holte mit Bronze sein erstes Einzel-Edelmetall bei einer Weltmeisterschaft. „Mein Finallauf war ok, ich habe unten etwas verloren. Das war ärgerlich für mich, aber ich bin trotzdem zufrieden und sehr froh, meine erste WM-Medaille geholt zu haben“, freute sich der der Olympiazweite von London 2012, dem bisher ein WM-Podest in der Sammlung gefehlt hatte.

Die Europameisterin Ricarda Funk (Bad Kreuznach) legte wenig später die nächste Medaille nach: Dabei hatte Funk bereits an Tor zwei eine Berührung und musste den zwei Strafekunden hinterherfahren. Am Ende paddelte Funk mit 3,26 Sekunden Rückstand hinter der großen Favoritin Jessica Fox aus Australien zu Bronze. „Nach dem ich Tor zwei berührt hatte, war ich mir nicht mehr sicher, ob ich das noch bis unten bringe. Aber dann hab ich mir gesagt – ‚scheiß drauf‘, ich geb jetzt nochmal richtig Gas“, freute sich Funk, die bereits im Vorjahr WM-Bronze gewonnen hatte. Silber ging an die Britin Mallory Franklin. Die zweite DKV-Starterin Jasmin Schornberg aus Hamm kämpfte sich mit einem Rückstand von 9,41 Sekunden auf den achten Platz.

Ergebnisse erster Finaltag:

Herren, Canadier-Einer:  1. Franz Anton (GER) 97,06  (0),  2. Ryan Westley (GBR) 97,94  (0),  3. Sideris Tasiadis (GER) 98,87  (0)
Damen, Kajak-Einer: 1. Jessica Fox (AUS) 102,06  (0),  2. Mallory Franklin (GBR) 104,34  (0),  3. Ricarda Funk (GER) 105,32  (2),  8. Jasmin Schornberg (GER) 111,47  (2)

Lena Stöcklin qualifiziert sich für Endlauf der Damen im Einercanadier

Gleich nach den ersten Finalläufen waren die Damen im Einercanadier und die Herren im Kajak zur Ausscheidung für den morgigen zweiten Finaltag angetreten.
Im Damen-Canadier konnte sich nur die Leipzigerin Lena Stöcklin für den Endlauf qualifizieren. Stöcklin belegte zeitgleich mit Sona Stanovska (Slowakei) Rang sieben. „Ich bin sehr, sehr zufrieden. Mein Lauf war von oben bis unten sehr solide. Ich bin überglücklich, dass ich mal bei einer WM im Finale stehe. Das habe ich noch nie geschafft“, erklärte die freudestrahlende Stöcklin, „wenn Morgen nochmal so was rauskommt, bin ich schon zufrieden, aber in einem Finale ist auch alles möglich.“ Es gewann hier überraschend die Britin Bethan Forrow vor Wiederholungstäterin Jessica Fox, die wenige Minuten zuvor den WM-Titel im Kajak gewonnen hatte. Die Australierin schickt sich an, nach ihrem historischen Doppelsieg im Weltcup diesen bei den Weltmeisterschaften zu wiederholen und im Kajak wie auch im Canadier Gold zu holen. Lokalmatadorin Ana Satila zieht als Dritte ins Finale der besten zehn Damen-C1 ein. Andrea Herzog (Leipzig) und Elena Apel (Augsburg) schieden auf Platz 27 und 29 mit jeweils 50 Strafsekunden aus.

Im Rennen der Herren-Kajaks hat Routinier Hannes Aigner den Sprung über die Finalhürde geschafft. Der Olympiavierte von Rio hat beim Sieg des Olympiasiegers Joseph Clarke mit einem soliden Lauf seine Medaillen-Ambitionen für den zweiten Final-Tag angemeldet. Mit Platz drei ist auch Jiri Prskavec und mit Rang vier Peter Kauzer ins Finale eingezogen. Damit zeichnet sich eine Neuauflage des Endlaufes der Spiele von 2016 ab. Kauzer gewann 2016 Silber, Prskavec Bronze.

Eine Enttäuschung Gabe es hingegen für Sebastian Schubert vom KR Hamm. Er verlor bei seiner Fahrt ohne größere Fehler in der schwierigen Abwärtspassage nach und nach einige Bruchteile von Sekunden. Am Ende fuhr der Westfale mit einem Rückstand von nur 41 Hundertsteln am Finale vorbei.
Morgen beginnen die Endläufe in der Klasse der Damen Einercanadier mit Lena Stöcklin um 15:00 Uhr (MEZ). Die Finals der Herren Kajaks mit Hannes Aigner werden ab 15:40 gestartet.

Ergebnisse Semifinale:

Damen, Canadier-Einer:  1. Bethan Forrow (GBR) 114,20  (0),  2. Jessica Fox (AUS) 116,55  (6),  3. Ana Satila (BRA) 117,98  (4),  .. 7. Lena Stoecklin (GER) 123,4  (0), 27. Andrea Herzog (GER) 192,95  (56), .. 29. Elena Apel (GER) 206,68  (52)
Herren, Kajak-Einer:  1. Joseph Clarke (GBR) 91,78  (0),  2. Michal Pasiut (POL) 92,09  (0),  3. Jiri Prskavec (CZE) 92,19  (0),  …  7. Hannes Aigner (GER) 93,47  (0),  15. Sebastian Schubert (GER) 94,74  (0)

Liveübertragung auf https://www.canoeicf.com/

(C) Fotos: Rebekka Anton

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