Lokalmatadoren gegen starke Konkurrenz
Das gilt vor allem für Canadier-Fahrer Jan Benzien. Der Deutsche Meister hat noch immer an seinem zwölften Platz bei den Olympischen Spielen zu knabbern. Ein kleiner Fehler mit fatalen Folgen kostete ihn im Halbfinale im Kanal von Peking die mögliche Medaille. „Immerhin konnte ich danach wenigstens noch meinen Meistertitel hier in Deutschland verteidigen, das war für diese Saison noch ein kleiner Trost. Ein Sieg am Wochenende wäre ein versöhnlicher Abschluss in diesem Jahr, aber ich würde mich auch über Platz zwei oder drei nicht ärgern, schließlich habe ich nach den Spielen nicht mehr ganz so intensiv trainiert", erzählt der 26-Jährige.
Den Sieg vor Augen hat auch das Leipziger Zweier-Canadier-Duo David Schröder und Frank Henze. Vor zwei Wochen paddelten beide auf dem Augsburger Eiskanal zum Deutschen Meistertitel, jetzt wollen sie auch vor heimischen Publikum bestehen: „Natürlich wollen wir versuchen, das Ding zu gewinnen", gibt sich David Schröder selbstbewusst. „Die Briten und Slowaken sind zwar nicht so schlecht, aber wenn wir hier gut runter kommen, sollte das bei unserer Form der letzten Wochen möglich sein. Aber auf schwerem Wildwasser kann natürlich immer mal was passieren", wollen die beiden die Konzentration hoch halten.
Die wohl schwierigste Aufgabe der Leipziger Top-Athleten steht wohl Mandy Planert bei den Kajak-Damen bevor. Sie muss sich mit Olympiasiegerin Elena Kaliska, der österreichischen Olympiadritten Violetta Oblinger-Peters, der Siebten der Spiele Emilie Fér (Frankreich) und natürlich der starken nationalen Konkurrenz auseinandersetzen. „Ich möchte mit soliden, sauberen Läufen erst einmal ins Finale paddeln. Ich werde ganz sicher nicht die super Zeit fahren können", so die 33-Jährige, die sich in den letzten Wochen mehr als Trainerin um den sächsischen Paddel-Nachwuchs, denn um die eigene Form kümmerte. Den Heimvorteil gegenüber den Kontrahentinnen will sie nicht zu hoch hängen: „Dafür haben die anderen wieder Erfahrungen auf der schweren Strecke von Peking gesammelt, die ich nicht hatte."
Kein heißes Eisen haben die Sachsen lediglich in der Kajak-Konkurrenz im Feuer, aber auch da erwartet die Zuschauer in Markkleeberg olympischer Spitzensport vom Feinsten. Mit Weltmeister Sebastien Combot (Frankreich), Vizeweltmeister Fabian Dörfler (Augsburg), Gesamt-Weltcupsieger Erik Pfannmöller (Halle/S.), dem slowenischen EM-Fünften Peter Kauzer und nun auch dem französischen 2006er Weltmeister Julien Billaut stehen viele Prominente der Szene in der Startliste.
Die German Open beginnen am Samstag mit der Qualifikation (9 Uhr), bevor am späten Nachmittag (ca. 16 Uhr) der „Cup of Nations" zur Austragung kommt, ein spektakulärer Mannschafts-Wettbewerb, bei dem vier Boote einer Nation - je eines pro Kategorie - über den Kurs gehen. Am Sonntag geht es ab 10 Uhr zunächst in den Halbfinals um den Einzug in die Finalläufe, in denen ab 13.30 Uhr die Entscheidungen fallen.
Der Eintritt beträgt am Samstag drei, am Sonntag fünf Euro, im Eintrittspreis ist ein Verzehrgutschein enthalten. Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt. Auf die jüngeren Besucher wartet im Kanupark Markkleeberg das Kinderland mit Hüpfburg, Kinderschminken, Ballbassin und Kleinspielgeräten.


