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Die Weltspitze zu Gast im Kanupark

Lena Stöcklin - Weltcupfünfte im Kanupark Markkleeberg 2017

Lena Stöcklin - Weltcupfünfte im Kanupark Markkleeberg 2017

Weltspitze im Kanupark – Kanu-Slalom Weltcup-Zirkus macht Station im Kanupark Markkleeberg

Nach Prag und Augsburg machte der Kanu-Slalom-Weltcupzirkus 2017 zum ersten Mal in der Geschichte eine zweite Station in Deutschland. Nach 2011 richtete der Leipziger-Kanu-Club e.V. zum wiederholten Male einen Weltcup im Kanupark Markkleeberg aus. 32 Nationen von fünf Kontinenten hatten sich angemeldet. Rund 250 Athleten kämpften über drei Tage um wichtige Punkte für die Weltcup-Gesamtwertung. Den knapp 3000 Zuschauern, welche den Weg ins Leipziger Neuseenland an den Markkleeberg See fanden, boten die Veranstalter eine Vier-Seiten-Videowand, auf welcher die Wettkämpfe aus allen Perspektiven hautnah mitverfolgt werden konnten. Neben den klassischen Slalom-Wettkämpfen gab es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit AUDI-Entenrennen, Kinderspielland, die Möglichkeit das Kindersportabzeichen FLIZZY zu machen und erstmals den Sparkassen-EXTREM-Kanu-Slalom. Hierbei starteten jeweils vier Boote gleichzeitig von einer vier Meter hohen Rampe und mussten dann einen Parcours auf dem Wildwasserkanal bewältigen. Im K.O.-System schieden in jeder Runde der Viertel- und Halbfinals jeweils zwei der vier Boote aus. Die Reihenfolge des Zieleinlaufs des Finalrennens bestimmte letztendlich die Platzierung und somit die Vergabe des von der Sparkasse Leipzig bereitgestellten Preisgeldes in Höhe von 3500,- €. Beste deutsche  Teilnehmer waren Selina Jones bei den Damen und Hannes Aigner bei den Herren (beide Augsburg) jeweils auf Rang vier. Der Leipziger Paul Böckelmann schied im Halbfinals aus und belegte Platz sieben.

Im  klassischen Kanu-Slalom erreichten alle sächsischen Teilnehmer die Halbfinals. Im Canadier Einer der Herren schieden Nico Bettge und Franz Anton (beide Leipzig) im Halbfinale der Canadier Einer auf Rang 24 und 18 aus. Beide standen jedoch bereits am Vortag bei den Zweier-Canadiern im Finale. Im wohl engsten Finalrennen des Wochenendes belegte Bettge mit seinem Vordermann David Schröder den sechsten Platz. Wegen einer, im Nachhinein betrachtet, unnötigen Torstabberührung und den damit verbundenen zwei Strafsekunden ging der Sieg anstelle der Sachsen an die Tschechen Kaspar/Sindler vor Scianimanico/Cailhol (FRA) und dem deutschen Boot Behling/Becker (Merseburg). Anton/Benzien, Zweitbeste des Halbfinals, sammelten im Finale ebenfalls zu viele Strafsekunden und wurden Achte.

Im Finale der Canadier Einer ohne sächsische Beteiligung, lag der Augsburger Sideris Tasiadis lange in Führung, bis Altmeister und Olympiasieger Michal Martikan (SVK) ihm, als letzter Starter des Rennens und fast zwanzig Jahre nach dessen erstem Weltcupsieg, die Goldmedaille wegschnappte. Dritter wurde Adam Burgess aus Großbritannien.

Lena Stöcklin (Leipzig) fuhr, wie schon am Wochenende in Augsburg sehr couragiert und hangelte sich von Platz 18 in der Qualifikation über Platz sieben im Semifinale bis zum Finalplatz fünf nach vorn und sicherte sich damit den momentan dritten Platz in der Weltcupgesamtwertung. Andrea Herzog (Meißen) musste sich im Halbfinale, wegen acht Strafsekunden verabschieden. Die Zeit hätte locker gereicht. Für die am Bundesstützpunkt in Leipzig trainierende Juniorin stand aber vor allem das Sammeln von Erfahrung im Vordergrund. Die Höhepunkte Juniorenweltmeisterschaft in Bratislava (SVK) sowie die Weltmeisterschaft der Leistungsklasse in Pau (FRA) stehen für sie noch an und an vorderster Stelle. Gold und Bronze gingen an Jessica Fox und Rosalyn Lawrence aus Australien, Silber an die Spanierin Nuria Vilarrubla.

Ungewöhnlich groß war der Zeitunterschied zwischen Platz eins, zwei und drei im Rennen der Herren im Kajak Einer. Ricardo de Gennaro gewann das Rennen, auf dem von Bundestrainer Thomas Apel und JY Cheutin (RUS) schwer gehangenem Kurs, mit knapp drei Sekunden Vorsprung vor dem deutschen Sebastian Schubert (Hamm). Noch einmal 2,5 Sekunden dahinter wurde der Japaner Kazuya Adachi Dritter.

Bei den Kajak-Damen waren, wie auch bei den Herren, keine sächsischen Sportlerinnen am Start. Hier überzeugte wieder einmal sehr eindrucksvoll Ricarda Funk (Bad Kreuznach). Sie holte nach Bronze in Prag und Gold in Augsburg ihren zweiten Weltcupsieg der Saison 2017 und steht mit 35 Punkten Vorsprung zu Platz zwei unangefochten an der Spitze der Weltcupgesamtwertung.

Bei den Canadier Einern steht Franz Anton momentan auf Rang vier, Nico Bettge auf 13 und im Canadier Zweier liegen Anton/Benzien auf dem sechsten und Schröder/Bettge auf dem achten Platz.

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es an den ersten beiden Septemberwochenenden weiter. Der vierte Weltcup (31.8.-3.9.2017) wird im italienischen Ivrea und das Finale vom 7.9.-10.9.2017 im spanischen La Seu d’Urgell ausgerichtet. Dazwischen haben die Junioren und U23-Nachwuchslalomkanuten ihre ICF Weltmeisterschaften vom 19.7.-23.7. in der der slowakischen Hauptstadt Bratislava sowie die ECA Europameisterschaften im heimischen Hagen-Hohenlimburg.

Alle Ergebnisse sind unter www.canoeicf.com  zu finden.

Text und Fotos: C. Formella

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