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Offener Brief des SKV zur Wehranlage in Trebsen

Sehr geehrter Herr Staatsminister Frank Kupfer, Herr Präsident der Landesdirektion Sachsen Dietrich Gökelmann, Herr Landrat Dr. Gerhard Gey, sehr geehrte Vorsitzende der Landtagsfraktionen des Sächsischen Landtags, wie wir erfahren haben, soll am Wehr Trebsen in der Vereinigten Mulde in wenigen Tagen eine „Notreparatur“ der Wehranlage mit Spundwänden – genehmigt durch das Landratsamt Leipzig mit Zustimmung der Landestalsperrenverwaltung – begonnen werden.

Die Baustraße ist schon fertig

Die Baustraße ist schon fertig

Wir, der Sächsischen Kanu-Verband und die Naturschutzverbände bitten Sie dringendst den Beginn dieser Bauarbeiten zu stoppen und für eine offenes transparentes Verfahren bzw. Diskussion mit allen Beteiligten, Betroffenen und der Öffentlichkeit zu sorgen! Uns, dem Sächsischen Kanu-Verband und den Naturschutzverbänden, war eigentlich klar, dass nach den Schäden am Wehr (seit 2012 bekannt, auf 5-10m durchgebrochen) und nach dem langen hin und her um die Herstellung der ökologischen Längsdurchgängigkeit, das Wehr nun endlich abgerissen wird. Nun müssen wir erfahren, dass der für die Umwelt und für uns Wassersportler negative Zustand mit viel Geld gegen jegliches ökonomisches und ökologisches Verständnis manifestiert werden soll.

Die Papierfabrik Trebsen, die oberhalb des Wehres ihr Brauchwasser entnimmt, könnte dieses nach einem Umbau der Entnahmeanlage auch ohne den Aufstau durch das Wehr tun. Der Freistaat als Gewässereigentümer, -unterhaltungspflichtiger und zuständig für Umsetzung der EU-WRRL, FFH-RL und Artenschutz müsste parallel dazu das beschädigte Wehr vollständig zurückbauen. Dieses wäre neben dem ökologischen Aspekt auch die günstigste Lösung in Hinsicht auf den Sicherheitsaspekt für den Gewässertourismus, insbesondere für das jährliche Großereignis „Mulde-Regatta“.
Seit ca. 2006 wird intensiv über die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit am Wehr Trebsen diskutiert. Seit 2008 ist auch der oben genannte Vorschlag in der Diskussion. Es ist uns unverständlich warum hier wieder einmal eine nicht nachhaltige Maßnahme nach den subjektiven Interessen einzelner Nutzer (Papierfabrik) gegen erhebliche öffentliche und gesamtgesellschaftliche Interessen wie die Umsetzung der EU-WRRL, FFH-Richtlinie, Artenschutz, Muldelachsprogramm und den Gewässertourismus/Kanusport für viel Geld und ohne transparentes Verfahren umgesetzt werden soll.

SÄCHSISCHER KANU-VERBAND E.V.
Heiner Quandt
Präsident

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