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Zur wassertouristischen Nutzung Leipziger Gewässer

Der Sächsische Kanu-Verband lehnt aufwändige und teure wasserbauliche Eingriffe in bereits existierende Gewässer im Namen eines angeblichen Gewässertourismus entschieden ab. Dazu gehören insbesondere die Entfernung von so genannten „Störstellen“, wie sie nach Pressemeldungen an der Pleiße jetzt vorgesehen sind, aber auch Begradigungen, Verbreiterungen und Vertiefungen von Flussläufen. Solcherlei Maßnahmen sind für den Kanutourismus nicht notwendig, aber sie bedeuten immer einen Einschnitt in das ökologische System und dienen hauptsächlich einem von uns unerwünschten Motorbootverkehr. Die so genannten Störstellen auf der Pleiße mögen den Betrieb maschinell angetriebener Wasserfahrzeuge erschweren, manuell angetriebene Boote stören sie nicht.

Der SKV strebt eine möglichst weiträumige und uneingeschränkte Nutzung aller existierenden und im Rahmen des Gemeingebrauches mit muskelbetriebenen Booten nutzbaren Gewässer der Leipziger Region an und setzt sich darüber hinaus für einen naturverträglichen Kanutourismus ein. Ziel ist es, die Gewässer für Mehrtagestouren bzw. Tagestouren und als Rundkurse auch über die Landesgrenzen hinweg nutzen zu können. Aus ökologischer Sicht zu bevorzugen sind dabei Streckenführungen mit guter Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz und generell Rundkurse, die ohne umweltschädlichen Gewässerausbau auskommen, denn nicht nur Motorboote, sondern auch zusätzliches Transportaufkommen auf den Straßen belasten unsere Umwelt.

Für einen behutsamen, naturnahen und landschaftsverträglichen Wassertourismus ist ein Ausbau der Gewässer nicht oder nur in minimalem Maße und mit vergleichsweise geringen Mitteln nötig. Erforderlich ist ein schrittweiser und bedarfsgerechter Ausbau der Infrastruktur für naturnahen Kanutourismus.

Wichtig für einen solchen naturnahen und umweltschonenden Kanutourismus sind geeignete, möglichst naturbelassene, ökologisch und ökonomisch sinnvolle Umtragestellen an Querverbauungen oder/und kombinierte Fischaufstiegshilfen mit Bootsgassen oder ähnlichem. Um einer wilden und unkontrollierbaren Belegung der Umwelt vorzubeugen, sind an geeigneten Stellen Pausen- und Biwakplätze sowie Ein- und Ausstiegstellen mit Anschluss an die vorhandene Infrastruktur vorzusehen. Sie helfen den Kanutourismus zu steuern und können, wenn durchdacht platziert, die örtliche Wirtschaft (Gastronomie und Übernachtungen) fördern.

Aus ökologischer und kanusportlicher Sicht fordern wir den sukzessiven Rückbau von Querverbauungen und die Umsetzung der EU-WRRL mit ihrem Ziel der Erreichung des guten ökologischen Zustandes der Gewässer.

Wir Kanusportler wollen unseren Sport auf naturnahen und ökologisch intakten Gewässern ausüben und die Natur mit Flora und Fauna erleben und entdecken. Die künstliche Vertiefung vorhandener Flussläufe lehnen wir ab.

SÄCHSISCHER KANU-VERBAND E.V.

Heiner Quandt
Präsident

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